Körperdysmorphe Störung

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Inhaltsverzeichnis

Grundlagen

  • hohe Prävalenz in dermatologischen oder plastisch-chirurgischen Praxen
  • Beginn meist im Jugendalter
  • Aufrechterhaltung durch selektive und verzerrte Wahrnehmung und Erinnerung → negative Emotionen → Vermeidung, Kontrollieren
  • hohe Suizidalität

Symptomatik

  • Kernsymptome:
    1. (wahnhafte/überwertige) Überzeugung/Befürchtung, durch einen äußeren Makel entstellt zu sein
    2. repetitives Verhalten (body Checking)
  • Verhalten: wiederholte Verhaltensweisen mit zwanghaftem Charakter → Rückversicherung oder Vermeidung: Spiegelkontrollen, Körperpflege, Verdecken durch Schminken oder Kleidungsstücke, plastisch-dermatologische Eingriffe
  • Emotionen: starker LeidensdrucK, Ekel, Scham, Ärger, soziale Ängste
  • Kognitionen: dauernde gedankliche Beschäftigung mit dem Aussehen, Selbstabwertungen, Überzeugungen oft überwertig bis wahnhaft
  • häufige Suizidgedanken

Diagnose

  • ICD-10: somatoforme Störung
    1. anhaltende Beschäftigung mit einer vom Betroffenen angenommenen Entstellung oder Missbildung
    2. ständige Sorge um diese Überzeugung verursacht andauerndes Leiden, Störung des alltäglichen Lebens und Wunsch nach medizinischen Untersuchungen/Behandlungen
    3. hartnäckige Weigerung zu akzeptieren, dass keine ausreichende körperliche Ursache vorliegt
  • DSM-5: Zwangsspektrumsstörung
    1. übermäßige Beschäftigung mit Mängeln/Defekten im Erscheinungsbild, die andere nicht erkennbar oder geringfügig sind
    2. sich dauernd wiederholende Verhaltensweisen (Spiegelkontrolle, Hautpflege, Rückversicherung) oder mentale Handlungen (Vergleich mit anderen)
    3. starkes Leiden oder Beeinträchtigung wichtiger Funktionsbereiche
    4. keine Essstörung als Ursache

Differentialdiagnose

Therapie

  • Psychoedukation
  • kognitive Interventionen
  • Aufmerksamkeitslenkung
  • Wahrnehmungs-/Achtsamkeitstraining
  • Exposition, Reaktionsverhinderung: Spiegel-/Videoexposition, angstbesetzte Situationen, Sicherheitsverhalten/Kontrollieren
  • Rückfallprävention: Risikofaktoren, Auslöser
  • Ergänzung: Metakognitive Therapie

Quelle

Zusammenfassung des Artikels "Die körperdysmorphe Störung: aktuelle Entwicklungen zu Diagnostik, Störungswissen und Therapie" von K. Schieber, A. Martin, in PSYCH up2date 10/2016, S. 31-42

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